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Rheinhausen muss leben. "Die Geschichte eines Arbeitskampfes" 26. November 1987. Bei Krupp im Stahlwerk Duisburg-Rheinhausen arbeitet die Nachtschicht, als eine ungeheuerliche Nachricht die Runde macht: Rheinhausen soll dichtgemacht werden! Undenkbar für die Arbeiter und ihre Familien, denn ihr Leben und die Geschichte ihrer Stadt sind untrennbar mit Krupp verwoben. Viele sind "Kruppianer" in der dritten Generation, Väter haben auch ihre Söhne bei Krupp lernen lassen, harte Arbeit, aber ein sicherer Job. Das Ende des Kosmos Krupp in Duisburg-Rheinhausen können und wollen sich die Arbeiter nicht vorstellen. Der Stahlkocher Uwe Bonten arbeitet am Hochofen, als er die Nachricht hört. Mit 16 hat er als Laufbursche bei Krupp angefangen. Schon sein Vater und auch sein Großvater haben in diesem Stahlwerk gearbeitet. Würde Krupp in Rheinhausen dichtgemacht, verlöre er viel mehr als nur den Arbeitsplatz. Es wäre das Ende einer Familientradition und der Untergang einer vertrauten Welt. "Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren!" denken Uwe Bonten und viele andere Krupparbeiter in Rheinhausen. Sie wollen und können sich nicht einfach geschlagen geben. 160 Tage und Nächte lang kämpfen sie für den Erhalt des Stahlwerkes. Ihres Stahlwerkes. Sie schreien ihre Wut, ihre Empörung, ihre Angst heraus, besetzten Straßen und Brücken, ziehen nachts mit Fackeln durch die Straßen und singen die Internationale. Ihr Arbeitskampf ist beispiellos in der Geschichte der Bundesrepublik. Der Mut, die Beharrlichkeit und der Stolz der Krupparbeiter beeindrucken viele Menschen, die das Geschehen am Fernsehschirm verfolgen. Viele solidarisieren sich, spüren, dass sich da vor ihren Augen ein Wandel vollzieht, der nicht in Rheinhausen endet.